Meine Bewegungsgeschichte beginnt nicht mit einer Tanzausbildung, sondern mit einem Knie. Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr renkte es sich mehrmals im Jahr aus; mit 22 konnte ich vor Schmerzen kaum noch gehen. Eine Fehlstellung wurde operativ korrigiert, danach folgten über zwanzig Jahre Physiotherapie und Krafttraining — und die immer gleiche Erfahrung, dass manche Dinge sich einfach nicht verbesserten. Jeder Schritt tat ein bisschen weh, und die Spannung setzte sich über Hüfte und Wirbelsäule bis in den Nacken fort.
Dazu kam mit 19 ein schwerer Sturz aus großer Höhe. Die Brüche heilten gut, aber danach war ich steif und zutiefst verunsichert, was ich mir zutrauen durfte. Aus diesen Voraussetzungen habe ich mir Stück für Stück erschlossen, was möglich ist: Schwimmen, Taekwondo bis zum Wettkampfniveau, Segel- und Drachenfliegen, fünfzehn Jahre Taichi in einem System, das die innere Form sehr präzise kultiviert.
Gelöst hat sich der Schmerzpunkt im Knie erst mit 45 — durch eine Kombination aus Feldenkrais und gezieltem Training. Es zeigte sich, dass gerade das gut gemeinte Führen des Knies in der Schiene zu wenig Rotation zugelassen hatte. Seitdem freut mich jede Bewegung in diesem Bereich. Das ist der Grund, warum ich diese Arbeit mache: Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, bewegungsdetektivisch nach einem Weg zu suchen — und ihn zu finden.